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EUR/USD: US-Wachstum weiß nicht zu überzeugen


29.10.2018
Deutsche Bank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Als sich der Euro am vergangenen Freitagmittag zügig auf sein Jahrestief (knapp unter 1,13) zubewegte, ließen viele Akteuren eine gewisse Anspannung erkennen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Besonders kurz vor dem Wochenende würden Händler gerne bedeutende Marktniveaus ins Visier nehmen, da dann oftmals die entsprechende Gegenwehr gering sei. Diesmal sei dies jedoch nicht der Fall gewesen, was mit der Veröffentlichung des US-Wachstums zusammengehangen habe. Laut vorläufigen Daten des Handelsministeriums sei das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent gestiegen. Diese per se solide Zahl sei Marktteilnehmern allerdings nicht gut genug gewesen. Dabei habe der Zuwachs um 0,2 Prozentpunkte höher als der Wert gelegen, den Analysten zuvor als Durchschnittsprognose angesetzt hätten. Auch dass Ökonomen direkt nach der BIP-Bekanntgabe in der Einzelanalyse die auffallend starken Konsumausgaben gepriesen hätten - mit einem Plus von 4 Prozent hätten diese so hoch wie seit knapp vier Jahren nicht mehr gelegen - habe weder USD-Händler noch US-Aktieninvestoren positiv stimmen können.

Ein Grund für die gehemmte Freude über die Wachstumszahlen sei vermutlich der Handelskonflikt gewesen, den die USA derzeit mit China ausfechten würden. Jedenfalls seien die Daten insbesondere aus dieser Sicht negativ beleuchtet worden: Sowohl Soja- als auch Rohöl-Ausfuhren seien im Sommer geringer ausgefallen. Zudem hätten sich warnende Stimmen gemeldet, die Zweifel gehegt hätten, ob die US-Verbraucher eine deutlichere Wachstumsdelle auch im letzten Quartal würden verhindern können. Den Anlass hierfür habe das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima gegeben, das sich im Oktober nach der zweiten Schätzung (98,6 Punkte, nach 100,1 Ende September) stärker eingetrübt habe, als Marktteilnehmer dies erwartetet hätten.

Die Erholung des Euro zum Wochenschluss sei aber noch aus einem anderen Grund interessant: Am Vormittag seien Marktteilnehmer nämlich zusätzlich mit verhaltenen Wachstumsaussichten für die Eurozone konfrontiert worden. Regelmäßig befrage die Europäische Zentralbank hierzu professionelle Marktbeobachter. In der jüngsten Umfrage hätten die 54 Analysten ihre Wachstumserwartungen für 2018 im Schnitt um 0,2 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent und für 2019 um 0,1 Prozentpunkte auf 1,8 Prozent heruntergeschraubt. Dies habe der Euro gut verkraftet. Ob die Akteure, die nach Handelsschluss verkündete Absenkung für den Ausblick auf Italiens Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) genauso gut würden wegstecken können, werde sich zeigen. Während S&P die Bonität unverändert bei "BBB" belassen habe, habe sie den Ausblick von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Die Gemeinschaftswährung bleibe zunächst in ihrem kurzfristigen Abwärtstrend gefangen, der übergeordnet zwischen 1,1550 und 1,1325 EUR/USD (ISIN: EU0009652759, WKN: 965275) und in steilerer Form bis 1,1245 verlaufe. (29.10.2018/ac/a/m)

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